Bad Arolsen/ Korbach, 07.03.2026

Mit der szenischen Lesung „Wie die Welt auf die Welt kam“ begeisterte die Verfasserin der Alle-Kinder-Bibel die mehr als 50 pädagogischen Fachkräfte und Leitungen, die aus den evangelischen Kindertagesstätten der beiden Kita-Zweckverbände Eisenberg und Nordwaldeck zusammen mit einigen Pfarrerinnen und Pfarrern zu der Fortbildung im Februar 2026 in Korbach gekommen waren. Andrea Karimé, die eigens aus Köln angereist war, motivierte die in den Kitas für die religiöse Bildung Verantwortlichen, die Begriffe „Orange“ und „Mond“ in verschiedenen Sprachen auszusprechen. „Arnatscha“ und „aranju“, „amar“ und „ay“ klang es durch den Raum in der Markuskirche in Korbach. Dieses Wortkonzert baute die Autorin zusammen mit ihrem Klanginstrument und weiteren Aktionen in die anschauliche Lesung der Schöpfungsgeschichte ein. Die Teilnehmenden erhielten einen lebendigen Eindruck, wie sie diese und andere Geschichten der Alle-Kinder-Bibel gemeinsam mit den Kindern in den Tageseinrichtungen erlebbar machen können.
An dem Vormittag wurde auf anschauliche Weise deutlich, was die Alle-Kinder-Bibel besonders macht. In der neuen Bibelausgabe für Kinder geht es um Vielfaltssensibilität. So werden Mehrsprachigkeit und Mehrkulturalität als etwas Normales betrachtet. Kernwörter aus den einzelnen biblischen Geschichten sind in verschiedenen Sprachen in die farbenfrohen Bilder eingeschrieben. Ihre Leidenschaft, Wörter in verschiedenen Sprachen zu sammeln, vermittelte die Autorin mit großer Überzeugungskraft. Sie redete von den Sprachen, die nach Deutschland eingewandert und in unseren Kindertagesstätten ganz selbstverständlich zu hören sind. Auf ihrer Website schreibt sie: „Aufgewachsen bin ich in Kassel, in unserer Wohnung klang es geheimnisvoll nach Wörtern und Sprachen. Da war das Libanesisch meines Vaters, das Nordhessisch meiner Großmutter, das Französisch von Freunden. Der Gesang meiner Mutter und Tanten. Mein Vater sprach ein Deutsch voller Bild/Wunder mit mir, und deshalb vielleicht sind Deutsch und Poetisch meine Elternsprachen.“ Dass die Referentin mit Wörtern zu spielen und umzugehen weiß, zeigt die Wortschöpfung, die in der zweiten Geschichte der Fortbildung im Mittelpunkt stand. Die Erzählung „Jesus und die Kinder“ mündet in den Satz: „Gott liebt alle Kinder, das ist doch wunderklar!“
Im Anschluss an die kreativen Lesungen aus der Alle-Kinder-Bibel befassten sich die Teilnehmenden in einem kreativen Workshop mit dem Erstellen eines Minibüchleins. Aus einem weißen Blatt ließ sich ein sogenanntes Zine, ein Minibüchlein, ganz einfach falten und gestalten. Die pädagogischen Fachkräfte probierten aus, was sie mit den Kindern in den Kitas anwenden können. In ihrer Einführung stellte Andrea Karimé die Zines als einen Raum der Selbstbestimmung für Kinder dar. Beim Herstellen eines Zine stehen die Ideen, Meinungen und Sichtweisen der Kinder im Mittelpunkt. Zu jedem Thema, zu jeder Geschichte der Alle-Kinder-Bibel können Zines angefertigt werden. Mit Bildern und Wörtern können Kinder die Bedeutung der biblischen Geschichten dokumentieren. In den Zines haben alle Sprachen Platz. Der Zweck von Zines besteht insbesondere darin, vervielfältigt zu werden. Indem Kopien von ihren Zines gemacht werden, erleben die Kinder, dass ihr Zeichnen, Malen und Schreiben Sinn macht und ihre Meinung zählt. Was ihnen wichtig ist, machen die Kinder anderen zugänglich. Sie wirken in ihr Umfeld und im weiteren Sinn in die Gesellschaft hinein. Am Ende des Workshops stellten die Teilnehmenden ihre Zines vor, die sie zur Geschichte der Kindersegnung erstellt hatten.
Beim abschließenden Feedback waren sich die Teilnehmenden einig, dass ihnen die Fortbildung viele überzeugende Zugänge zur Alle-Kinder-Bibel eröffnet hat. Das Interesse und die Freude waren geweckt, die neue, kindgerechte Bibelausgabe in den 30 Kitas der beiden evangelischen Zweckverbände Eisenberg und Nordwaldeck einzusetzen. Damit war das Ziel erreicht, das der theologische und pädagogische Vorstand der beiden Kita-Zweckverbände, Pfarrerin Christiane Luckhardt und Ingo Küstner, mit dieser Fortbildung erhofft hatte.
