Förderkreis Stadtkirche

Foto: Elmar Schulten / Text: Kerstin Kleine

Mit einem neu gegründeten Förderkreis will die Evangelische Stadtkirchengemeinde einen Teil zur Finanzierung der Sanierung ihrer barocken Stadtkirche beitragen. Denn, wie sich bereits seit vielen Wochen abzeichnet, müssen immense Summen investiert werden, um das Gotteshaus zu erhalten. Bei einem ersten Treffen der Interessent*innen gab es Informationen rund um die geplante Sanierung.

Im Oktober vergangenen Jahres lösten sich etwa 300 Kilo Putz und Gesims von der Decke der Stadtkirche. Zum großen Glück waren zu diesem Zeitpunkt keine Besucher*innen in der Kirche und es kam niemand zu Schaden. „Es sah fast wie eine kleine Explosion aus“, erklärte Architekt Jürgen Schimmelpfeng vom Büro Müntinga und Puy aus Bad Arolsen, das mit der  Sanierung des barocken Baus beauftragt wurde. Die Decke habe an dieser Stelle unter extremer Spannung gestanden, auch im weiteren Umfeld hätten sich Risse im Putz des Gewölbes gezeigt. Zur Absicherung wurde die Kirche sofort geschlossen, Architekten, Denkmalpfleger und weitere Sachverständige wurden zu Rate gezogen.

Probleme mit der Decke der Stadtkirche gab es indes schon beim Bau. Noch vor Fertigstellung stürzte 1771 die Innendecke ein, auch bei Sanierungsarbeiten in den Jahren 1936 und 1984 musste immer wieder an der Kirchendecke gearbeitet werden. Geschuldet ist dieser Umstand auch dem sehr hoch zulaufenden Gewölbe sowie unterschiedlichen Lehm- und Putzschichten, die nicht mehr aneinanderhaften und Hohlräume gebildet haben. Auch die Nägel der Stuckleisten greifen nicht mehr so, wie sie es sollten.

Foto: Elmar Schulten

Wie umgehen mit den Stuckschäden in der Stadtkirche von Bad Arolsen? Bezirkskonservator Dr. Bernhard Buchstab und Sven Rühlmann als Architekt der Landeskirche lassen sich von den Sanierungsexperten des Architekturbüros Müntinga und Puy über den neusten Stand der Untersuchungen informieren. Alles in allem ein Sanierungsprojekt, das vermutlich mehrere Jahre dauert und in die Millionenhöhe geht. Denn zunächst muss der gesamte Innenraum der Kirche eingerüstet werden, um genauestens Wände und Decke zu prüfen. Schwierigkeit an der Sache: Bei den Bauunterlagen fehlen die Pläne der Dachkonstruktion, so dass mit Hilfe eines Laserscans Messungen durchgeführt werden, um die Konstruktion des barocken Daches zu verstehen.

Das heißt natürlich auch, dass während der gesamten Bauphase nur sehr eingeschränkt Gottesdienste möglich sind, dass Kunstgegenstände in Sicherheit gebracht werden müssen, die Orgel teilweise abgebaut und geschützt werden muss.

„Ob und wie wir während der Bauphase Gottesdienste feiern können, das muss sich in der Praxis erweisen“, betont der Bad Arolser Pfarrer Gerhard Lueg. Glücklicherweise habe die Gemeinde mit der ehemaligen Hofkirche in Helsen ein großes Kirchengebäude, zudem stelle das Fürstenhaus in der Sommerzeit gerne die Schlosskapelle für Gemeindegottesdienste zur Verfügung. Im großen Saal des Bathildisheims fanden bereits in der Weihnachtszeit Gottesdienste statt. „Für all diese Möglichkeiten sind wir sehr dankbar“, sagt Pfarrer Lueg.

In Bad Arolsen ist man sich einig, dass alle Mühe und Unterstützung in das Projekt zum Erhalt der Stadtkirche fließen muss. Unterstützung verspricht sich der Förderkreis dabei nicht nur von Gemeindemitgliedern sondern auch von einem Großteil der Bürgerschaft, denn die barocke Stadtkirche ist nicht nur Mittelpunkt der kirchlichen Gemeinde der Barockstadt sondern auch Zeugnis eines regen künstlerischen und gesellschaftlichen Lebens.

Schon bei der ersten Infoveranstaltung des Förderkreises zeigten die Bad Arolser reges Interesse. Gekommen waren neben Bürgermeister Jürgen van der Horst, auch Dekanin Eva Brinke-Kriebel, natürlich Pfarrer Gerhard Lueg, der über die Historie des Baus informierte, Pfarrer Jörg Hebrank und Pfarrer Uwe Hoos-Vermeil sowie die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Annemarie Hesse.

Hier die Bankverbindungen des Förderkreises:
Waldecker Bank,
DE34 5236 0059 0000 1287 83

Sparkasse Waldeck-Frankenberg
DE63 5235 0005 0009 5477 20

Das Anmeldeformular für eine Mitgliedschaft im Förderkreis zum Download finden Sie hier:
https://www.ev-kirche-bad-arolsen.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG_20210618_0001.pdf

Digitale Fastengruppe

In der Zeit zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag bietet der Ökumenische Arbeitskreis Bad Arolsen eine digitale Fastengruppe zum Thema „Spielraum. Sieben Wochen ohne Blockaden“ an. Jedes Jahr versucht die Aktion „7 Wochen ohne“ die Fasten -und Passionszeit mit einem aktuellen Thema auszufüllen. Diesmal sind die Teilnehmer dazu eingeladen, Blockaden in und zwischen uns zu lockern und den Spielraum zu entdecken, den es gibt, damit verkrustete Strukturen in der Familie, am Arbeitsplatz und in der ganzen Gesellschaft aufgebrochen werden können. Bestimmte Bibelstellen sollen helfen, Blockaden und Spielräume unseres Lebens zu beleuchten. Dazu werden konkrete Tipps gegeben, wie man in der Woche mit dem Thema umgehen kann. Da man sich in der Zeit des Lockdowns nicht als Gruppe treffen kann, soll die Fastengruppe in diesem Jahr digital angeboten werden. Dazu wird das Portal „Teams“ genutzt. Die Teilnehmer müssen sich nicht für die ganze Zeit bis Ostern anmelden, auch eine einmalige Teilnahme ist möglich, weil die wöchentlichen Themen in sich abgeschlossen sind. Wer teilnehmen möchte, sollte folgenden Link nutzen: https://t1p.de/w01q. Man kann auch eine Mail an das Evangelisch Pfarramt 1 schreiben und wird von Pfarrer Lueg zur Teilnahme eingeladen (Pfarramt.BadArolsen-1@ekkw.de). Der Link zur Teilnahme findet sich auch auf der Homepage der Ev. Martin Luther Gemeinde –  Bad Arolsen. Die Treffen finden jeweils mittwochs von 20.00 bis 21.00 Uhr statt.

Lichtfenster

In diesen Wochen sterben in Deutschland täglich hunderte Menschen als Folge der CoronaPandemie. In diesen dunklen Stunden möchten wir einen Weg aufzeigen, wie die Menschen ihre
Trauer und ihr Mitgefühl ausdrücken können. Deshalb rufen wir gemeinsam mit dem
Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zur Aktion #lichtfenster auf.
Stellen Sie an jedem Freitag bei Einbruch der Dämmerung ein Licht gut
sichtbar in ein Fenster als Zeichen des Mitgefühls: in der Trauer um die
Verstorbenen, in der Sorge um diejenigen, die um ihr Leben kämpfen,
Mitgefühl mit den Angehörigen der Kranken und Toten.
Barmherziger Gott,
„Licht ist das Kleid, das du anhast (Ps 104, 2)
Deswegen zünde ich eine Kerze an
und stelle sie ins Fenster, um allen jenen zu leuchten,
die unter der Pandemie leiden, die besorgt sind und Angst haben, die erschöpft sind von all der Hilfe,
die sie geben wollen,
die verzweifelt sind wegen all der Überforderung und dem Streit, die sie erzwingt.
„Der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht.“ (Ps 18,29)
Ich bitte für alle, die allein sind und einsam,
die nicht besucht werden dürfen, die ohne Trost und Begleitung bleiben,
segne sie mit Deiner Gegenwart und mache alle,
die pflegen und versorgen zu Engeln Deines Lichtes.
„Jesus Christus spricht: ich bin das Licht der Welt …“ (Joh 8,12)
Ich bete für alle Menschen, die an Corona erkrankt sind
und um ihr Leben kämpfen,
schenke Ihnen Licht und Luft, Kraft und Mut,
dass sie zurückfinden in ihr Leben.
„Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht“ (Ps 36, 10)
Auch bitte ich für alle Menschen,
die an Corona gestorben sind, hier und überall auf der Welt,
nimm sie auf in dein Reich und schenke Ihnen ein Licht, das ihre Seele wärmt,
und tröste alle, die weinen müssen um ihre Toten.
Gott, ich bitte dich aber auch für mich selbst und meinen Partner
für meine Kinder und Enkel, für meine Familie und meine Freunde,
und für meine Feinde auch.
Segne und behüte sie und uns alle, dass wir Zuversicht und Hoffnung behalten
in diesen dunklen Zeiten.
Amen.
Weitere Informationen gibt es unter www.ekd.de/lichtfenster oder bei Facebook, Twitter und
Instagram unter dem Hashtag #lichtfenster.